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Talmidim: Hintergrundinformationen für Lehrerinnen und Lehrer

Worum geht es?

Das Bildungsprogramm »Talmidim. Mutig für Menschlichkeit.« möchte junge Menschen aus einer Grundhaltung der Nächstenliebe heraus, mit den Herausforderungen des Zusammenlebens in unserer pluralistischen Gesellschaft konfrontieren. Jenseits von Moralisierungen und Schuldzuweisungen sollen Diskriminierungen von Menschen analysiert und aufgearbeitet werden. Einem rassismuskritischen Ansatz folgend, möchten wir das Bewusstsein dafür schärfen, dass alle Menschen in Formen von Rassismus involviert sind, da Rassismus in der Gesellschaft existiert, in der wir leben.

»Talmidim« ist das hebräische Wort für Lernende und Jünger*innen. In diesem Sinne schaffen wir eine offene Lernatmosphäre, die von Verurteilungen und Klassifizierungen absieht und sowohl die Teamer*innen als auch die Teilnehmer*innen als Teil des gleichen Lernprozesses versteht. Die Talmidim-Projekttage bieten Hilfestellungen bei der Entschlüsselung und Kontextualisierung von Elementen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und setzen auf die eigene Aktivität der Teilnehmer*innen.

Wie läuft ein Talmidim-Projekttag ab?

Ein Projekttag dauert sechs Unterrichtsstunden. Die Basis bildet eine gemeinsame Einheit zum Thema Diversity, die vor allem der Sensibilisierung und Problemdarstellung dient. Im Anschluss bearbeiten die Schüler*innen ein Modul zu den Themen Rassismus, Rechtspopulismus oder Diskriminierung aufgrund von Religionszugehörigkeit. Die Auswahl des Moduls erfolgt im Vorgespräch mit den Lehrer*innen. Als Entscheidungsgrundlage können die Interessenlage der Schüler*innen, das vorausgegangene Curriculum im Unterricht oder konkrete Ereignisse dienen. Prinzipiell ist eine zweitägige Variante möglich.

Beim Projekttag werden unterschiedliche Methoden aus der rassismuskritischen Bildungsarbeit angewendet, die es den Schüler*innen ermöglichen, eigene Standpunkte und Sichtweisen zu hinterfragen. Dabei geht es primär darum, das eigene Handeln kritisch zu reflektieren und den Blick für Bedürfnisse und Gefühle der Mitmenschen zu schärfen.

Was ist das Besondere an Talmidim?

Im Vergleich zu anderen Bildungsangeboten in diesem Themenbereich fußen die Talmidim-Projekttage auf dem christlichen Glauben. Sie gehen von der Gottesebenbildlichkeit des Menschen aus. Wir orientieren uns an einem Wort des Apostel Paulus: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau, denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus“ (Galater 3, 28). Die Unterschiedlichkeit zwischen den Menschen nehmen wir wahr, lehnen aber eine Trennung bei der Wertschätzung und bei den Teilhabemöglichkeiten ab.

Was macht den Mehrwert eines Talmidim-Projekttages aus?

Projekte als eine Form von Unterricht ergänzen den üblichen Lernrhythmus und eröffnen die Chance, ein übergeordnetes Thema gemeinsam mit den Schüler*innen auf Augenhöhe zu bearbeiten. In der pädagogischen Praxis können Personen in Peer-Stellung eine andere Wirkung auf Schüler*innen entfalten, sie finden häufig leichteren Zugang gerade bei sensiblen Themen wie Rassismus, da sie sich in keiner klassischen Autoritätsposition befinden. Projekttage bieten den Lehrer*innen die Chance, eine Außenperspektive einzunehmen und die Schüler*innen in Interaktion zu erleben, ohne selbst unterrichten zu müssen.

Wer leitet die Projekttage?

Die Projekttage werden von je zwei Teamer*innen angeleitet, die in der außerschulischen Bildungsarbeit erfahren sind und eine mehrtägige Ausbildung im Rahmen des Talmidim-Programms absolviert haben. Die Koordination und fachliche Begleitung erfolgt durch die hauptberuflichen Bildungsreferent*innen des BDKJ Diözesanverbandes Berlin.

Wie kann ich einen Projekttag buchen? Von wem erhalte ich weitere Informationen?

Interessierte Lehrer*innen können sich sehr gern an unseren Diözesanvorsitzenden Gregor Podschun(gregor.podschun@bdkj-berlin.de, 030 756 903 75) wenden.

Diese Hintergrundinformationen können Sie auch als PDF herunterladen.